Talking Lines

Ein ortsspezifisches Ausstellungsprojekt über drei Stockwerke zu Linie, Schrift und Sprache
Remise Weinfelden
2025
Zusammenarbeit mt Beatrice Dörig

Ausgehend vom Material und den Gegebenheiten der Remise entstand eine raumgreifende Installation. Zwei Projektionen, eine flüchtige Wasserinschrift, handschriftlich notierte Alphabete sowie eine vielstimmige Sprachcollage erweitern die Arbeit. Gemeinsam umkreisen sie den Themenkreis Linie, Schrift und Sprache und machen zugleich das Ephemere der Arbeiten sinnlich erfahrbar.

Acht Garnspulen im Obergeschoss bilden den Ausgangspunkt. Von dort führen Fäden durch Astlöcher und Ritzen im einfachen Holzboden in das Mittelgeschoss, wo sie sich spiralförmig über den Boden ziehen. Ausgehend von diesen Spiralen wandern die Stränge weiter ins Erdgeschoss, wiederum durch den Boden, wo sie sich zu einem hängenden Körper formieren – einem «Sprachwald» aus Schnüren. Der Schwerkraft trotzend sind in den hängenden Fäden Formen eingeschrieben, inspiriert von Schriftzeichen verschiedenster Alphabete – ins Dreidimensionale übersetzt.

Das Wort «BESTÄNDIG» wird mit Wasser in tropfenden Lettern auf die Wand geschrieben. Die flüchtige Schrift muss während der Öffnungszeiten immer wieder neu nachgezogen werden

Ergänzt wird die Installation durch eine vielstimmige Sprachcollage: Menschen unterschiedlichen Alters und verschiedener Herkunft sprechen das Alphabet in ihren Sprachen. Mal sind nur einzelne Stimmen hörbar, dann wieder verdichtet sich der Klang zu einem babylonischen Murmeln.

Ein elektronischer Bilderrahmen zeigt handschriftlich notierte Alphabete und schließt so den Kreis zur Eingangsarbeit.

Dies Sprach- und Schriftfragmente entstanden in Zusammenarbeit mit «Kompass», einer lokalen Arbietsintegrationsstelle.

Nach der Ausstellung wird der Faden wieder zurück auf die Konen gespult und ist bereit für ein nächstes Projekt.